
Direkt aus Nashville, Tennessee kommt das neue 10 Stücke starke straight-up badass Deep-Funk-Album der Dynamites.
Nach ihrem Debutalbum „Kaboom“ von 2007 ist es ihr zweiter Longplayer. Heiß, schmutzig und hochexplosiv.
Mit neuem Album im Gepäck geht die Band auf Tour und kommt zum Glück auch nach Deutschland (Köln Studio672, 11.10.2009). Mit keinem geringeren als Maceo Parker werden sie am 9. Oktober beim Nancy Jazz Pulsation Festival auf der Bühne stehen. Damit dürfte wohl jedem klar sein, mit welch hochkarätigen Musikern man es zu tun hat.
Charles Walker, Sänger und Frontmann der Dynamites, hatte seine ersten Auftritte in den sechziger Jahren im legendären Apollo Theater in New York und zwar als er im Vorprogramm für solche Größen, wie z.B. Etta James, James Brown und Wilson Pickett, deren Shows eröffnen durfte. Kein Wunder also, dass schon das erste Album der Dynamites dieses Gefühl und die Atmosphäre dieses Jahrzehnts und dieser Künstler transportiert und in sich trägt. Keimzelle des Funkcocktails der Dynamites ist Walker, der durch sein damaliges Schaffen in New York, Teil einer neuer kulturellen Bewegung, nämlich dem „brand new bag“ der Musik, dem Funk, ist.
Walker musste sich seinen Respekt hart verdienen, nachdem er jahrelang als musikalisches Genie im Untergrund sein Dasein fristete. In Nashville, seiner Heimatstadt, holte er in den späten Fünzigern seine ersten Bühnenerfahrungen. Zusammen mit Hit-Produzent Ted Jarrett arbeitete er tagsüber an neuen Hits und nachts brachte er die Menge im New Era Club, einem damaligem führendem Nachtclub für Soulmusik, zum Tanzen. Walker kehrte in den 60ern nach New York zurück, dort trat er bis in die 70er regelmäßig im Apollo und im Small’s Paradise auf und verschmolz so mit der noch jungen Funkszene. Während dieser Zeit war er Frontmann bei der heillos unterschätzten Band „Little Charles and the Sidewinders“, gleichzeitig veröffentliche er mehrere Singles für die Labels Decca und Chess, sowie für mehrere kleine Labels. Die Platten konnten zwar nicht den großen Durchbruch schaffen, doch sind heute begehrte Sammlerstücke. Nachdem seine Alben auch in Europa für Furore sorgten, fand er als Solokünstler eine neue musikalische Heimat in England und Spanien bevor er 1990 wieder nach New York zurückkehrte.
„Als ich das Album von Charles Walker und den Dynamites hörte, hat es mich wieder in die Stimmung des Small’s Paradise von 1964 versetzt. Charles’ Stimme ist noch genauso kraftvoll wie damals.“ Betty LaVette
Das mag alles sehr nach ollen Kamellen und Nostalgie klingen, doch Charles Walker und die Dynamites sind weit davon entfernt, alleine die Flamme des „original Funk“ wieder aufleben zu lassen. Weltweit kommt es zu einer Renaissance in der Soul- und Funkmusik und Charles Walker und die Dynamite sind nicht die einzigen die den Geist des „original Funk“ wieder aufleben lassen wollen. Das bestätigt auch die New York Times in ihrem Artikel „What’s going on? Everything soul is new,“ vom Februar 2007. Dort heißt es: “More than at any time in recent memory, soul music’s pressing syncopation and stirring hollers are churning within the popular mainstream.”
Charles Walker hat sich mit Bill Elder alias Leo Black zusammengetan, um gemeinsam ein mächtiges Stück Funk anzufertigen. Elder, Produzent des neuen Albums, scheint genau den Nerv von Walker getroffen zu haben, um ihn zu Höchstleistungen anzuspornen, gewissermaßen den Walker 2.0. aus ihm rauszuholen. Walker beklagte, dass er sich bei früheren Labels immer künstlerisch eingeengt fühlet, doch er jetzt genau das tuen kann, was er schon immer vorhatte. Das macht sich auch auf der neuen Scheibe bemerkbar. Kraftvoll und ambitioniert – das Werk einer Globetrotterfunkband.
Charles Walkers Funkfeuer konnte von den Dynamites wieder entfacht werden und haben ihn dazu angetrieben, den härtesten und schmutzigsten Funk seiner Karriere hinzulegen. Durch ihre dynamische Live-show konnte sich Walker und seine Band Auftritte im Vorprogramm von Galactic und Widespread erspielen. Doch damit sollte nicht genug sein. Sie sollten ihre Bühnenqualitäten auch noch beim Bonnaroo- und Austin City limits Festival unter Beweis stellen. „Kaboom“ ist immer noch brandgefährlich und wirkt somit als Zündfunke für ihr nächstes Meisterwerk „Burn it down“. Abschließend kann man wohl mit Fug und Recht behaupten, dass bei den Dynamites der Name Programm ist. Explosiv und brandgefährlich sind Walker und seine Truppe. Funk vom Feinsten aus Tennessee und man sollte nicht vergessen die Scheibe zu kaufen, solange sie noch beim Plattenhändler seines Vertrauens vorrätig ist.
Ab dem 9. Oktober ist das Album erhältlich.
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