Joerg Kuehnel, Jörg Kühnel, Köln, Cologne, Koeln, 4711, Creative Centre, Sound of Cologne

Brave George Music

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NEW LP on Daptone Records:
Pax Nicholas and the netty family “na teef know de road of teef”

August 11th, 2009 · No Comments · Allgemeines, Daptone Records

171700

Nicholas Addo-Netty wurde am 7.August 1954 in Accra, der Hauptstadt Ghanas geboren. Schon von Kindesbeinen an hatte er sich der Musik verschrieben. Er fing an in einem Gospelchor zu singen, als er gerade einmal sechs Jahre alt war. Später wirkte er in diversen kulturelleren Tanzgruppen mit, in denen er als Tänzer und Perkussionist aktiv war.

Amerikanische Soul-Musik war in den sechziger Jahren die angesagteste Musik unter Ghanas Jugendlichen und auch Nicholas wurde in den Bann der Soulmusik gezogen. James Brown und Otis Redding waren seine großen Idole und er beschloß sich dem Singen ganz zu verschreiben. Kurz danach lud ihn der Musiker Joe King Kologbo ein, mit ihm ins Mekka der afrikanischen Funk-Musik zu kommen – nach Lagos, der Hauptstadt von Nigeria.

Nicholas war nicht nur talentiert, sondern hatte auch noch das Glück den Godfather des Afrobeats Fela Anikulapo Kuti vorgestellt zu werden.  Nicholas konnte den Meister von seinen Schlagzeug- und Gesangsfähigkeiten überzeugen und wurde so 1971 Bandmitglied von Kutis legendärer Band „Africa 70“. Er begann seine Karriere in der Band als Congaspieler und Backgroundsänger. Die erste Scheibe auf der Nicholas präsent war, war „Shakara“, ein internationaler Smash Hit und eine der besten Stücke Kutis überhaupt. Die Umstände hätten für Nicholas gar nicht besser sein können. Er schien zur rechten Zeit am rechten Ort zu sein. Zu der Zeit kamen nämlich solche Größen, wie James Brown, B.B. King, Ginger Baker, Stevie Wonder oder auch Manu Dibango nach Lagos, um Felas Club „Shrine“ zu besuchen, um an die Quelle des neuen Sounds aus Afrika zu gelangen, den alle nur Afrobeat nannten.

Obwohl er auf allen von Kutis Alben, die zwischen 1971 und 1978 erschienen, mitwirkte, hatte Nicholas nebenher auch noch seine eigenen Soloprojekte laufen. Er veröffentlichte zwei Solo-Alben mit den Martin Brothers Band aus Portharcort, Nigeria, die auf Tabansi Label erschienen. 1971 erschien “Mind your own business” und “Na Teef Know The Road of Teef “ wurde 1973 veröffentlicht. Das letztere Album, wurde mit Hilfe von Sängern und Musikern aus Kutis Band „Africa 70“ eingespielt. Das Album ist purer heavy Afro Funk. Kein Wunder, schließlich wurde das ganze in Ginger Bakers gut ausgestattetem Studio in Lagos aufgenommen, in dem auch schon eine ganze Reihe von Kutis Alben aufgenommen wurden. Dieser Geisteben ist auch auf Nicholas Album zu hören war. Natürlich war Kuti nicht gerade von den Solovorhaben seines Backgroundsängers begeistert, erst recht nicht, nachdem er hörte wie, gut das Na Teef Album eingeschlagen haben sollte. Angeblich soll Kuti sogar soweit gegangen sein und sich zu folgender Äußerung hinreißen haben sollen: „Ich will das dieses Album nie wieder gespielt wird.“ Und so ist es auch dann geschehen, „Na Teef“ verschwand aus der Afrobeatszene und wart für mehr als dreißig Jahre nicht gesehen

Die Geschichte wäre hier auch schon zu Ende, wenn nicht Frank Gossner (Voodoofunk.com), ein alter Cratedigger, eine Kopie des Albums in einem Schallplattenladen in Philadelphia gefunden hätte. Gossner suchte dann den Kontakt zu Nicholas und fand ihn in Berlin und konnte dann einen Kontakt zu Daptone Records knüpfen, um sie auf das Album aufmerksam zu machen.

In den siebziger Jahren, als Nicholas ein Teil von Kutis „Kalakuta Republik“ war, lebten sie zusammen auf Kutis Privatgrundstück, der einzigen freie Republik Nigerias, die Fela selbst als solche ausgerufen hatte. Auf Kutis Grundstück lebten etwa hundert Musiker, Tänzer, Freunde und Familie und lebten, feierten und machten neue Musik dort zusammen. Die Bildung dieser Kommune und „Republik“ war eine offene Missachtung und Provokation in den Augen der brutalen Miliätrdiktatur, die zu der Zeit in Nigeria herrschte. Kuti war, aufgrund seiner Popularität und seiner radikalen Aussagen, dem Regime ein Dorn im Auge, und somit immer wieder Opfer von Übergriffe des Regimes. Bei einem dieser Übergriffe wurde Nicholas mit mehreren anderen Musikern festgenommen und neun Monate lang in einem Gefängnis festgehalten und misshandelt. 1977 wurde Kutis Mutter von Soldaten des Regimes aus einem Fenster geworfen und starb an den Folgen. Die Zustände wurden immer unzumutbarer für Nicholas und so entschloß er sich mit mehrere Bandmitglieder, unter ihnen auch Schlagzeuger Tony Allen, beim Berlin Jazz Festival 1978, aus Kutis Band „Africa 70“ auszusteigen, um nicht nach Nigeria zurück zu müssen. Allen ging nach Paris und Nicholas blieb in Berlin. Dort zog er zwei Söhne auf und musiziert bis zum heutigen Tag. Pax Nicholas hat nun seine eigene Band, die aus westafrikanischen Musikern besteht, und mit der er seinen eigene Definition von Afrobeat der Welt nun endlich vorstellen kann.

Ab dem 11. September wird die Scheibe im gut sortierten Plattenladen zu erhalten sein.

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Snippets:

1 Na Teef Know the road of Teef (11:48)

2 Ataa Onukpa (5:17)

3 Na six feet (9:35)

4. You (6:53)

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